EPS - Dienst Niederrhein

 

Eichenprozessionsspinnerbekämpfung (EPS)

 




Eichenprozessionsspinnerlarve L3

Der Eichenprozessionsspinner wurde erstmalig im Jahr 2001 im Kreis Kleve (Niederrhein) nachgewiesen. Seit her sind weite Teile des linken und rechten Niederrheins sowie einzelne Bereiche des Münsterlandes befallen. Andere deutsche Gebiete und Niederösterreich wurden schon früher besiedelt.



Die bis vier cm lange Schmetterlingsraupen kommen vornehmlich an Stiel- und Traubeneichen, aber auch an Roteichen und Hainbuchen vor. Zwischen den langen weißen Rückenhaaren verbergen sich mikroskopische kleine Gifthaare, die bei Menschen und Säugetieren bei Kontakt zu erheblichen allergischen Hautverände-rungen und Atemproblemen führen.

 

 



Somit ist der Eichenprozessionsspinner im wesentlichen nicht ein Pflanzenschädling, sondern beeinträchtigt zu nehmend die Gesundheit von Menschen und Tieren so stark , daß seit Jahren über entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen diskutiert wird.

 



Um eine professionelle Bekämpfung zu ermöglichen, haben sich die deutschen Pflanzenschutzdienste (Nordrhein-Westfalen und Hessen) mit den zuständigen Landesregierungen darauf geeinigt, daß chemische Einsätze nicht als Pflanzen-schutzmaßnahme sondern als Biozidmaßnahme gelten, da nicht die Pflanze sondern der Mensch und dasTier betroffen sind. (kein Genehmigungsverfahren)

 


Erstmalig wurden im Frühjahr 2005 an Niederrhein sogenannte BT- Präparate (Bazillus thunringiensis) erfolgreich eingesetzt. Mit spezieller in Arbeitsbühnen eingebauter Hochdrucktechnik wird der Kronenmantel des befallenen Baumes benetzt. Die bis zu 4 Wochen alten Raupen nehmen mit dem Blatt den Wirkstoff auf und sterben nach 4-6 Tagen ab.


Diese von uns entwickelte und angewandte Technik wurde an ca. 5000 Bäumen in 15 Städte und Gemeinde an stark frequentierten Bereichen ( Kindergärten, Schule, Schwimmbäder, Freizeitanlagen und Krankenhäuser) eingesetzt. Anschließende regelmäßige Kontrollen mit dem Pflanzenschutzdienst Münster ergaben eine Erfolgsquote von 97%. Dieses Ergebnis ist überdurchschnittlich und kaum besser mit einem biologischen Spritzmittel erzielt werden. Wichtig für den Erfolg ist der richtige Zeitpunkt,

 

Wälder, Waldränder und geschlossene Allee eignen sich auch für den Einsatz von Helikoptern.







Auch in diesem Jahr werden wieder ca 10.000 Bäume in den Bereichen Niederrhein und Darmstadt behandelt. Die Raupen des Eichenprozessionsspinner sind aufgrund des langen Winters und den kühlen Frühjahrstemperaturen in der Zeit zwischen dem 18. und 28.April geschlüpft. Ein Larvenstadium dauert ca. 10 Tage. so befinden sich die Raupen z.Z. (15.5.06) am Niederrhein in L2 bzw. am Mittel-und Oberrhein in L3.

 

 







Bekämpfungsmaßnahmen im Hochdruckspritzverfahren







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